Bergung einer Segelyacht
04.06.2005

14 Schiffe geraten bei der 55. Langstreckenregatta "Rund Um" in Seenot

Heftige Gewitter sind am Freitagabend über Süddeutschland gezogen. Bei der jährlichen Rund Um Regatta auf dem Bodensee gerieten 14 Yachten in Seenot.

Es war die berühmte Ruhe vor dem Sturm. Eine Stunde nach Beginn der Langstreckenregatta um den Bodensee hatten sich die 452 Boote mit 2204 Teilnehmern nur wenige Meter vom Start entfernt. Doch gegen 22 Uhr bestätigte sich die Wettervorhersage. Eine Gewitterfront zog über den Bodensee und es musste Starkwindwarnung ausgelöst werden.

Die teilnehmenden Boote hatten mit Windstärken von 7 bis 9 zu kämpfen. „14 Yachten gerieten in Seenot“, stellte die Polizeidirektion Friedrichshafen fest. „Es brachen Masten, Ruder und in einem Fall löste sich der Kiel und das Boot kenterte.“ Mehrere Boote seien auf Grund gelaufen und mussten freigeschleppt werden. Zwei Menschen wurden leicht verletzt. Den entstandenen Sachschaden bezifferte die Polizei auf mehrere hunderttausend Euro.

Das schlechte Wetter zwang fast 100 Yachten, die Regatta vorzeitig zu beenden. Die meisten Teilnehmer warteten das Gewitter jedoch ab und blieben im Rennen.

Entsprechend turbulent war die Nacht auch für die Einsatzkräfte der Polizei, THW und Rettungsdienste. Wie im vergangenen Jahr lag die Gesamteinsatzleitung bei der Wasserschutzpolizei Friedrichshafen. Die zahlreichen Sicherungsboote schleppten die Havaristen ab und retteten über Bord gegangene Segler. Ein Teilnehmer wurde mit Unterkühlung und Schock in ärztliche Obhut übergeben.

Am Morgen des 4. Juni wurde die gemeinsame Tauchergruppe von THW und Feuerwehr zur Bergung einer Segelyacht alarmiert. Das Schiff wurde bereits in der Nacht mit einem Blitzer gekennzeichnet, da bei dem Sturm eine Bergung zu diesem Zeitpunkt unmöglich war. Zuerst musste das Großsegel unter der gekenterten Yacht durch Taucher losgeschnitten werden. Anschließend wurde der 14 m lange Mast unter Wasser umgelegt und an der Yacht befestigt, so dass dadurch nur noch 1,5 m Tiefgang entstand. Das Boot wurde mit Hebesäcken stabilisiert und mit einem THW-Boot (Dopellschraube) in seichtes Gewässer gezogen, um es dort mit vereinten Kräften zu drehen.

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Bilder: n.landerer

zur:  55. Langstreckenregatta "Rund Um"