Einsatzbericht 2005

Schönauer Schnapsbrennerei explodiert
(aus "Lindauer Zeitung vom 18.05.2005) 

LINDAU - Es ist eine gewaltige Detonation gewesen: Gestern Morgen ist in Schönau eine Schnapsbrennerei explodiert. Das Gebäude, in dem sie untergebracht war, ist völlig zerstört. Glück im Unglück hatten ein Sohn des Weinbauern und seine Freundin, die sich in der Wohnung über der Brennerei befanden. Sie überstanden die Explosion unverletzt.

Von unserer Redakteurin Ruth Eberhardt

Keine gerade Linie mehr gibt es an dem Nebengebäude auf dem Weinbauernhof im Lindauer Ortsteil Schönau. Die Wucht der Explosion hat die Mauern nach außen gedrückt und Fensterrahmen bis zu 30 Meter durch die Luft fliegen lassen. Wie mächtig die Druckwelle war, lässt sich daran ermessen, dass sie einen vier Tonnen schweren Gabelstapler neben dem Gebäude umwarf und ein Auto zur Seite schob. Nicht nur an drei Fahrzeugen, die auf auf dem Hof abgestellt waren, barsten die Scheiben, sondern auch das Wohngebäude selbst wurde beschädigt: Fenster gingen zu Bruch, Gardinenstangen wurden ausgerissen, im Dach entstanden Löcher. So schildert Reinhard von der Grün, Chef der Lindauer Kriminalpolizei, das Ausmaß der Zerstörung. Selbst bei einem benachbarten Wohnhaus seien Scheiben zersprungen und geschlossene Türen aus der Verankerung gerissen worden. Auch in einer Gaststätte in der Nähe sprangen Fensterscheiben.

Den Schaden in der Brennerei schätzen die Polizei und der 64-jährige Hofeigentümer auf 200 000 Euro. Nicht in Zahlen darstellen lässt sich der Schock, den der 28-jährige Sohn und seine 29-jährige Freundin erlitten haben. Sie befanden sich zum Zeitpunkt der Explosion in ihrer Wohnung über der Brennerei. Über eine Außentreppe konnten sie, wie von der Grün berichtet, das Haus verlassen – zwar unverletzt, aber mit einem schweren Schock.

Ereignet hat sich die Explosion gestern kurz nach 7 Uhr. Etwa eine Stunde vorher war laut Polizei die Brennerei in Betrieb genommen worden. Von Anfang an hatten die Ermittler angenommen, dass es sich nicht um einen Gasunfall handelt. Dies bestätigte gestern Nachmittag ein Sachverständiger des bayerischen Landeskriminalamtes: Demnach war aller Wahrscheinlichkeit nach der Kühlthermostat der Brennerei defekt, fasste die Polizei das Ergebnis zusammen. Wegen Überhitzung der Anlage entstand statt eines Destillats explosiver Alkoholdampf, der sich durch einen Funken im elektrischen Teil der Anlage entzündete.

100 Helfer im Einsatz

Neben dem Roten Kreuz waren 80 Feuerwehrmänner und knapp 20 Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) im Einsatz. Die Feuerwehr löschte den Brand in kurzer Zeit, deckte das Dach ab und pumpte rund 1000 Liter Diesel und Heizöl ab, während das THW das einsturzgefährdete Gebäude abstützte.

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Einsatzbilder:    P. Vossler / N. Landerer (OV Lindau/B)