Dachbrand in der Berufsschule Lindau

Am 18.10.06 gegen 11:45 Uhr enzündete sich das Dach im Berufsschulzentrum in Lindau. Ausgelöst wurde der Brand durch Spenglerarbeiten. Innerhalb weniger Minuten wurden die Feuerwachen 1 bis 5 im Stadtgebiet Lindau alarmiert. Zusätzliche wurde das Landratsamt Lindau mit seiner Unterstützungsgruppe ÖEL, die Polizei, das Rote Kreuz, das THW Lindau und die Stadtwerke Lindau hinzugezogen. Ca. 3- 400 Schüler konnten in kürzester Zeit aus dem Hause evakuiert werden. Da die Feuerwehr Lindau mit zahlreichen Kräften und zwei Drehleitern vor Ort war, konnten die Flammen in kürzester Zeit unter Kontrolle gebracht werden. Das THW Lindau war mit seinem Fachberater zur Unterstützung vor Ort.

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 THW-Fotos: Landerer


Großalarm (aus Lindauer Zeitung vom 19.10.2006)
 
Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei waren mit rund 100 Kräften im Einsatz. Ein Feuerwehrmann musste sich behandeln lassen, zudem musste das Rote Kreuz eine Schülerin ins Krankenhaus bringen, der die Aufregung übel mitgespielt hatte.


Bei starkem Rauch arbeitet die Feuerwehr unter Atemschutz. Um an die Brandherde im Holzgebälk und Isoliermaterial zu kommen, muss die Wehr mit Beilen, Rettungsscheren und Sägen das Metall aufschneiden.

Schüler fliehen vor Dachstuhlbrand (aus Lindauer Zeitung vom 19.10.2006)

LINDAU - Ein plötzliches Ende hat der Unterricht gestern für die Schüler der Lindauer Berufsschule und der Fachoberschule gefunden. Gegen 11.30 Uhr brach unter dem Dach der Berufsschule ein Feuer aus. Schüler und Lehrer kamen unversehrt davon. Eine Schülerin und ein Feuerwehrmann mussten behandelt werden.

Von unserem Redakteur Dirk Augustin

Ausgerückt ist die Lindauer Feuerwehr zum Berufsschulzentrum schon häufiger. Gestern handelte es sich jedoch nicht um einen Probe- oder Fehlalarm. Diesmal war es ernst: Im Dachstuhl des Schulgebäudes breitete sich ein Schwelbrand aus. Rauch stand über dem Gebäude, das die Schüler plangemäß verließen. Während die Jugendlichen hinter der Absperrung Fotohandys und Digitalkameras zückten, um das Ereignis festzuhalten, stieg die Feuerwehr aufs Dach.

Das Feuer erwies sich als hartnäckig. Die Wehrmänner verhinderten zwar, dass der Schwelbrand auf den ganzen Dachstuhl übergriff. Die Löscharbeiten gestalteten sich aber außerordentlich schwierig. Kommandant Robert Kainz berichtete, dass sich der Brand beim Eintreffen der Feuerwehr bereits ausgebreitet hatte. Kompliziert wurde es, weil der Brand im Holzgebälk und Isoliermaterial unter einer Metallwand saß. Die Wehrmänner brachen unter Atemschutz mit Beilen, Rettungsscheren und Metallsägen die Blechverkleidung auf, um an die Brandherde zu kommen. Weil dies sehr zeitaufwendig war, zogen sich die Löscharbeiten bis 15 Uhr hin.

Entstanden ist das Feuer bei Dacharbeiten. Der Landkreis lässt derzeit das undichte Flachdach der Schule reparieren. Zwei Mitarbeiter der Dachdeckerfirma klebten mit Hilfe eines Flammenwerfers Schweißbahnen aus Teerpappe auf. Laut Bericht der Kriminalpolizei gerieten wohl einige Funken unter die Metallverschalung des Daches und setzten dort die Isolierung in Brand. Die beiden Arbeiter versuchten zunächst, den Schwelbrand selbst zu löschen. Als die mitgebrachten Feuerlöscher leer waren, holten sie sich Geräte aus dem Schulgebäude. „Als sie die Erfolglosigkeit ihrer Bemühungen erkannten, alarmierten sie um 11.41 Uhr die Feuerwehr“, schreibt die Kripo in ihrem Bericht. Kurz darauf schlug auch die Brandmeldeanlage an.

Schadenshöhe noch unbekannt

Zum Glück kamen die bis zu 400 Schüler und Lehrer im Gebäude mit dem Schrecken davon. Manch ein Schüler fand das Ganze sogar eher lustig. So machte unter den jungen Leuten der Schlager „Hurra, hurra, die Schule brennt“ die Runde. Andere waren sauer, weil sie den ausgefallenen Stoff irgendwann nachholen müssen. Alle zusammen mussten anderthalb Stunden warten. Denn bei der Flucht aus dem Gebäude hatten sie Taschen, Schlüssel und andere Wertgegenstände in den Klassenräumen gelassen. Erst um 13 Uhr durften sie durch Nebeneingänge in die Schule, um ihre Sachen zu holen. Die Schüler der Fos dagegen durften gleich nach dem Alarm nach Hause gehen.

Wie groß der Schaden ist und wie lang die Reparaturen dauern werden, wusste gestern niemand. Welchen Schaden Schwelbrand und Löschwasser angerichtet haben, war gestern noch offen. Im Staatlichen Bauamt Kempten, das für den Bau zuständig ist, war gestern niemand zur Auskunft bereit. Schulleiter Bruno Fischer ging aber davon aus, dass der Unterricht heute wieder ganz normal stattfindet.