Tauchgruppe Lindau (B)


aus: http://www.thw.de

THW-Taucher durchtrennen Spundwände mit Thermolanzen

Bundesanstalt Technisches Hilfswerk, Meldung vom 31.03.2003

Einen außergewöhnlichen Auftrag hatte das Technische Hilfswerk (THW) in Büchenbach zu erledigen. Beim Neubau der Rednitzbrücke waren im fließenden Wasser Spundwände gesetzt worden, um zwei Brückenpfeiler betonieren zu können. Jetzt sollten sie wieder entfernt werden.

Insgesamt waren rund 50 Meter Spundwände gesetzt worden. Die Arbeiten mussten überwiegend unter Wasser durchgeführt werden. Da hierzu Spezialeinheiten, nämlich Tauchergruppen, gebraucht wurden, die beim THW im Landkreis nicht vorgehalten werden, wurden Helfer und Gerät aus den THW-Ortsverbänden Donauwörth, Forchheim, Landshut, Lindau und Neu-Ulm nach Büchenbach beordert.

Der Ortsverband Roth war für die Logistik, die Materialbeschaffung, den Transport sowie die Zugkraftgeräte und Pumpen verantwortlich. Die Einsatzkräfte des THW Ingolstadt sorgten für den erforderlichen LKW-Auslegerkran, die Hilpoltsteiner für zusätzliche Pumpen.

Zuerst wurden die beiden Baugruben mittels dreier Tauchpumpen (Gesamtleistung 5.200 l/m) ausgepumpt, um die Arbeitsbereiche festlegen zu können. Für den in dieser Größenordnung bisher ersten gemeinsamen Einsatz der Tauchergruppen kamen zwei thermische Schneidverfahren in Frage. Eine Methode ist das Unterwasserbrennscheiden, bei dem herkömmliche Scheidbrenner eingesetzt werden und das Wasser mittels Druckluft von der Acetylen-Sauerstoffflamme ferngehalten wird. Zum können sogenannte Thermolanzen eingesetzt werden, bei denen reiner Sauerstoff durch einen Brennstab an die Lanzenspitze geführt und elektrisch gezündet wird.

Nach einigen Versuchen stellte sich heraus, dass das Brennschneiden unter Wasser bei dem kantigen Material nicht geeignet war. So wurden die Schneidarbeiten allesamt mit der Thermolanze durchgeführt. Etwas problematisch war das Trennen der Spundwände an den sogenannten Schlössern - den Stellen an wo die einzelnen Metallprofilelemente ineinander greifen, da hier Materialstärken von etwa sieben Zentimetern zu durchtrennen waren und die Sicht im Rednitzwasser annähernd Null war. Am späten Nachmittag konnten die ersten Elemente mit der Seilwinde des Gerätekraftwagens herausgezogen und an Land abgelegt werden. Der Einsatz dauerte bis 22.00 Uhr.

Erwin Streit











Fotos: Erwin Streit