Ölwehrübung (aus: Lindauer Zeitung vom 22.07.2008)

Helfer kesseln 5000 Liter Diesel ein

NONNENHORN - Zwei Schiffe kollidieren, 5000 Liter Diesel laufen aus und treiben auf der Oberfläche des Bodensees. Dieses Szenario diente am Samstag als Grundlage einer nationalen Ölwehrübung. Feuerwehren aus dem ganzen Bodenseekreis waren vor Nonnenhorn an dieser Übung beteiligt.

Von unserer Mitarbeiterin Mirejete Hetemi

Alle Beteiligten wissen, es ist eine Übung, die Stimmung ist ausgelassen, doch die rund 90 freiwilligen Helfer haben alle Hände voll zu tun. Um 13 Uhr ist Übungsbeginn, die Boote stehen bereit, und die Helfer an Land machen sich für den Einsatz startklar. An der Ölwehrübung sind die Kräfte der Feuerwehr und des Technischen Hilfswerks aus Lindau sowie die Feuerwehren aus Wasserburg, Nonnenhorn, Friedrichshafen und Überlingen beteiligt.

Auf dem Landesteg haben sich auch schon interessierte Touristen und Anwohner versammelt, um das Spektakel von der Nähe aus zu beobachten. Ein Teil der freiwilligen Helfer steht am Ufer, vor ihnen riesige Rollen mit Schläuchen, welche als Ölsperre fungieren. Mit kleinen Booten und viel Körperkraft werden die Schläuche ausgerollt und auf den See hinausgezogen. Auf jeder Rolle befinden sich 100 Meter Schlauch. Insgesamt werden für diesen Fall 1000 Meter eingesetzt, um die 5000 Liter Treibstoff zu umschließen.

Wetter spielt mit

Die Einsatzkräfte haben Glück, das Wetter spielt mit, der See ist ruhig und so lässt sich die imaginäre Menge Treibstoff schnell einkesseln. „Bei Wellen schwimmt der Treibstoff über die Schläuche hinweg, und wir haben große Schwierigkeiten, diesen zusammenzuhalten“, sagt Kreisbrandrat Friedhold Schneider und erklärt, dass

unter Umständen die Aktion sogar abgebrochen werden muss, bis das Wetter sich beruhigt. Jetzt kommt das von den Helfern sogenannte Sög, ein selbstaufnehmendes Ölgerät, zum Einsatz, mit dessen Hilfe das Öl von der Wasseroberfläche abgetragen und in schiffseigene Behälter befördert wird.

Zusammenarbeit funktioniert

Nach zweieinhalb Stunden haben die Einsatzkräfte es geschafft. „Die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Teams funktioniert sehr gut,“ erklärt Friedhold Schneider. Es gibt vorgeschriebene Vorgehensweisen, damit jedes Team weiß, wie es sich in einer Notsituation richtig verhält, am wichtigsten aber ist die Kommunikation zwischen den Einzatzteams.

 





THW-Fotos: Vosseler/ Scholz/ Landerer und Feuerwehr Wasserburg

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