Die ansonsten in die internationale Ölwehr am Bodensee eingebundenen nationalen Ölwehreinheiten der Feuerwehren Lindau und Wasserburg sowie des Technischen Hilfswerkes Lindau hatten am vergangenen Samstag die Aufgabe, mit Hilfe von Schwimmölsperren eine verschmutzte Seefläche von 200 auf 200 Meter einzukreisen. Beteiligt waren an der Übung 75 Helfer von THW, Feuerwehr und Wasserwacht.
Es war eine keine leichte Aufgabe für die Bootsführer, galt es doch, die Absperrfläche genau an der angenommenen Schadensstelle zu platzieren. Als Führungsboot diente der „Seewolf“ der Wasserwacht Lindau, auf dem Manfred Kaschner von der Lindauer Feuerwehr das Geschehen auf dem See koordinierte. Auch die landkreiseigene Katastrophenschutzunterstützungsgruppe wirkte mit ihrer Kommunikationstechnik mit.
Bei der abschließenden Manöverkritik zu der von Klaus Güntner (Feuerwehr Lindau) vorbereiteten Übung stellte Kreisbrandrat Friedhold Schneider kritisch fest, dass insbesondere die Ölsperren mit 35-jähriger Betriebs- und Lagerzeit nicht mehr funktionstüchtig sind. Diese Sperren sind aber nach seinen Worten ein unabdingbares Hilfsmittel zur Schadenseingrenzung. Für den bayerischen Bodenseebereich sind nach einer internationalen Vorgabe rund 1400 Meter mindestens notwendig.
Kritisch äußerte sich der Feuerwehrexperte zudem darüber, dass die Ölwehrübung auch gewaltige Funkprobleme im Ostteil des Bodensees aufgezeigt habe: „Dies kann nicht hingenommen werden“, ohne Einsatzstellenkommunikation würden sich alle Einheiten führungslos ins Einsatzgeschehen einbringen, so Schneider.
Außerdem zeigte die Übung nach Schneiders Worten, dass neben den vorhandenen bayerischen Ölsperren auch deren Transportfahrzeug altersbedingt deutlich verbessert werden müsse. Die Ölwehr Bodensee könne ständig gefordert sein, würden doch täglich sehr große Mengen an Gefahrgütern wie Benzin, Heizöl, Diesel, Säuren und Laugen in sehr großen Mengen entlang des Sees auf Straße und Schiene transportiert, darauf verwies Schneider. Hier sei für das überörtliche Schutzziel Bodensee das Land Bayern gefordert, so der Kreisbrandrat. Der Lindauer Landtagsabgeordnete Eberhard Rotter, der an der Übung teilnahm, hat seine Unterstützung zugesichert.
THW-Fotos:
Vosseler/ Knappmeier/ Landerer
Weitere Bilder auf der Homepage der Feuerwehr Wasserburg:
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