Einsatzbericht 2015

Schwierige LKW-Bergung durch das THW Lindau

Am Dienstag, 21.07.2015 war ein Kanalspülwagen im Wiesental den ganzen Tag über damit beschäftigt, Abwasserkanäle in einer Torfwiese frei zu spülen. Nach Abschluss der Arbeiten wollte der Fahrer des Fahrzeuges einen anderen Weg zum Verlassen der Wiese einschlagen als er gekommen ist. Während der Arbeiten begann das Fahrzeug bereits  langsam im weichen Boden einzusinken und drohte in einen Graben zu stürzen.

Bei  diesem Manöver versank der rund 20 Tonnen Saugspülwagen nach nur wenigen Metern komplett bis zu den Achsen im weichen Torfboden. Mit Hilfe eines herbeigerufenen Baggers und Traktoren mit Seilwinde versuchte die Firma das Fahrzeug aus der misslichen Lage zu ziehen. Alle Versuche misslangen jedoch.

Um 19:50 Uhr wurde daher das THW Lindau mit seinen Fachkräften zur Unterstützung alarmiert. Schnell stellte sich heraus, dass das Fahrzeug bis zu den Luft- und Treibstofftanks komplett abgesunken war. Lediglich der Unterboden des Fahrzeuges verhinderte ein weiteres Absinken. Um ein Aufreisen des Treibstofftanks und Beschädigungen am Fahrzeug zu vermeiden, galt es mit Spezialgeräten das Fahrzeug zu bergen. Zu den anstehenden Bergungsarbeiten wurde das befreundete Bergungsunternehmen Fa. Kutter aus Memmingen, welche schon öfters bei schwierigen Bergungsarbeiten zusammen mit dem THW Lindau gearbeitet hat, hinzugezogen. Bis zum Eintreffen der Fa. Kutter bereiteten die Helfer des THW Lindau die Bergung vor und sicherten das Fahrzeug. Mit dem Ladekran und Wechsellader des THW sowie einem Bagger wurde durch die Einsatzkräfte des THW mittels  Baggermatratzen sowie zusätzlichem Rüstholz ein tragfähiger Unterbau erstellt.

Der weiche Torfboden wurde soweit abgegraben, dass die Baggermatratzen vor die Vorderräder verlegt werden konnten. Das Abschleppunternehmens bereitete ihre mit je 40 Tonnen zugkraftfähigen Bergungsfahrzeuge vor, um den steckengebliebenen Kanalspülwagen wieder auf festen Untergrund zu ziehen. Die ersten Versuche zeigten klar, dass die Aktion nur schrittweise durchgeführt werden konnte, da das Fahrzeug durch sein Eigengewicht immer wieder im Boden versank. Der Torfboden verhält sich wie „Pudding“, so dass jede Veränderung am Fahrzeug im großen Umfeld bemerkbar war. Nach zweimaligen Umsetzten der Zugmaschinen gelang es schließlich das havarierte Fahrzeug ohne nennenswerte Schäden freizubekommen. Es war sogar wieder möglich selbstständig den Nachhauseweg anzutreten.

Die ganze Bergungsarbeit vom THW Lindau dauerte bis 2:00 Uhr in der Nacht. Eingesetzt waren neben den beiden Bergungsfahrzeugen der Fa. Kutter, fünf Fahrzeuge vom THW Lindau mit Spezialgerät und 20 THW Helfer.