Einsatzbericht 2012

Eis beschädigt tonnenschweren Abwasserschacht

Am Montag, 6. Februar 2012 schellten die Alarmmelder des Technischen Hilfswerks (THW) in Lindau. Welche Kraft die Kälte und das Eis hat, bekamen die Mitarbeiter der Lindauer Stadtendwässerungswerke zu spüren. Das bis zu 15 Zentimeter dicke Eis auf dem kleinen See in Lindau, hatte einen Abwasserschacht am Aeschacher Ufer angehoben und verschoben. Das einlaufende, eiskalte Seewasser gelangte in den Abwasserkanal, dass über ein Pumphaus an der Seebrücke bis zur Lindauer Kläranlage führt. Die Folge: die Bakterien in der Aufbereitungsanlage sterben durch das kalte Wasser ab und die Anlage kann nicht mehr ordnungsgemäß arbeiten.

Um den Wasserfluss zu stoppen und die Leckage abzudichten, kann nur das THW helfen.

23 Einsatzkräfte, angerückt mit vier Fahrzeugen und viel technischem Gerät, konnten die weite Strecke zum Abwasserschacht nur zu Fuß über das Eis zurücklegen. Die Schadensstelle wurde freigelegt und die Bruchstelle am Schacht provisorisch mit Folie und Sandsäcken abgedichtet. Zwei THW-Einsatztaucher stiegen in das eiskalte Wasser, um die beschädigte Stelle von Treibholz zu befreien, freizuspülen und die Sandsäcke einzubringen. Nach sechs arbeitsreichen und durch die Kälte sehr kräftezehrenden Stunden konnten die THW Helfer gegen 1.00 Uhr Nachts den Nachhauseweg antreten.


Am Dienstag, 7. Februar sollte eine Spezialfirma die Schadensstelle mit Spezialmörtel abdichten. Da jedoch noch immer zuviel Wasser durch den Riss im Abwasserschacht einlief, musste das THW Lindau am Abend noch mal ran. Diesmal wurden die vom Bauhof der Stadt Lindau hergerichteten Betonmörtelsäcke - wiederum durch Taucher und viel handarbeit - um den Schacht eingebracht. Dort im Wasser liegend, begann der Beton auch gleich abzubinden und die Risse abzudichten. Parallel zu den Taucherarbeiten wurde ein Kanaldichtkissen von den Mitarbeitern des Klärwerks in Lindau im Abwasserschacht eingebracht. Messungen am Pumpwerk zeigten auf, dass die Maßnahmen erfolg hatten und das Abwasser weitestgehend gestoppt werden konnten. An diesem Tag betrug der Einsatz weitere fünf Stunden.




Fotos: THW Lindau