Gemeinsame Übung des THW - Lindau mit der Werksfeuerwehr Dornier 
am 28.06.2008

Vor genau drei Jahren hatte der OV Lindau bereits mit der Werkfeuerwehr der Firma Dornier eine gemeinsame Übung durchgeführt. Damals wurde als Schadensszenario das auslaufen von Bohr- und Schmiermitteln aus einem umgestürzten Container angenommen.

Die diesjährige Übung beinhaltete ganz andere Fachbereiche. Die Werkfeuerwehr Dornier hat ein neues Hochwasserschutzsystem erhalten, dass nun auf seine Einsatztauglichkeit geprüft wurde. Dazu war es notwendig den Rickenbach durch das THW erst einmal anzustauen. Aus einem ehemaligen Schwimmbad der Fa. Dornier brachte das THW Lindau einen Teil seiner leistungsfähigen Großpumpen ein, um anschließend mit 17.000 ltr. pro Minute Wasserförderung das Hochwasserschutzsystem der Werkfeuerwehr Dornier mit "Hochwasser" zu versorgen. Somit konnte das neue System auf "Herz und Nieren" getestet und geprüft werden. Alle Verantwortlichen der Fa. Dornier waren sichtlich erfreut über ihre neue Investition um ihre Lagerhallen und Betriebsgebäude durch eventl. Hochwasser, aber auch durch andere auslaufenden Flüssigstoffe zu sichern.

Als weiteren Ausbildungspunkt hatte das THW Lindau seine Ölwehrgeräte getestet. Dazu wurden der Mobile Ölabscheider "Mop-Matic-Wringer" mit den Separier- und Auffangbecken von 50.000 ltr. und 10.000 ltr. Fassungsvermögen aufgebaut und betrieben. Als Stromversorgung für die Übung, kamen zwei 45 kVA Notstromaggregate zum Einsatz.

Im Anschluss an die fünfstündige Übungseinheit auf dem Gelände der Firma Dornier in Rickenbach, wurden alle beteiligten Helfer von der Küchenmannschaft des THW verpflegt.

Damit jedoch noch nicht genug: Die Verantwortlichen des THW Lindau hatten für diesen sehr heißen Sommertag noch ein zusätzliches Schadensszenario an der Baustelle "Neubau Achbrücke" vorbereitet und aufgebaut. Angenommen wurde, dass ein Pkw in die Baustelle bei der Achbrücke in die Baugrube eingefahren ist und dabei eine Gasleitung beschädigt hatte. Durch die Explosion sind weitere Baustellenarbeiter verletzt worden. Unter Atemschutz wurde als allererstes die angenommene Unfallstelle auf Anzahl der Verletzte, Gefahrstoffe und Explosionsfreiheit erkundet. Anschließend konnten sich die Rettungskräfte des THW Lindau an die Versorgung und Bergung der Verletzten machen. Es galt zwei Verletzte Personen aus dem Fahrzeugwrack mitteln Schere und Spreizer zu retten, eine Person aus einem Schacht und eine weitere Person aus einem Röhrensystem zu bergen. Zwei "Bauarbeiter" waren im Uferbereich der Ach durch die Explosion verletzt worden und mussten dem Sanitätsdienst überstellt werden. Eine weitere verletzte Person befand sich im Führerstand des Krans in 15 m Höhe und musste durch die Höhenrettungsgruppe des THW Lindau von dort oben gerettet und abgeseilt werden.

Alle Verletztendarsteller wurden von Angehörigen der Werkfeuerwehr Firma Dornier gestellt. Trotz der hohen Temperaturen, die den Rettungskräften alles abverlangt hatte, waren die Beteiligten mit dem verlauf der Einsatzübung sichtlich zufrieden. Nach einem anstrengenden 10 Stunden Arbeits- und Übungstag ließen die Helfer des THW Lindau den Abend noch gemütlich in ihrer Unterkunft im Heuriedweg ausklingen.





Norbert Landerer
Ausbildungsbeauftragter THW Lindau