Großeinsatz (aus: Lindauer Zeitung vom 15.04.2006)

Verrostete Widerlager: THW hebt Thierschbrücke millimetergenau an und setzt sie auf ein Hilfsgerüst aus Stahl

Mit jeder Menge Rost hat das Technische Hilfswerk Lindau (THW) unter der Thierschbrücke zu tun gehabt. Bei einer routinemäßigen Generalinspektion der 100 Jahre alten Brücke wurde festgestellt, dass die Widerlager auf der Westseite vom Rost vollkommen zerfressen waren. In einer groß angelegten nächtlichen Aktion wurde die Eisenbrücke, die für Fahrzeuge das Verbindungsglied zur Hinteren Insel darstellt, auf ein Hilfsgerüst gehoben, damit die Widerlager erneuert werden können. Dazu wurde ein massives Stahlgerüst gebaut, das das Ende der rund 1000 Tonnen schweren Konstruktion tragen kann. Mittwochnacht rückte das THW mit sechs hydraulischen Stempeln an, von denen die vier bahneigenen jeweils 100 Tonnen stemmen können, die beiden des THW immerhin 63 Tonnen. So gewaltig die Kraft der Geräte ist, so feinfühlig konnten die Männer vom THW mit ihnen arbeiten, denn es ging dabei um millimetergenaue Präzisionsarbeit. Exakt 21 Millimeter wurde das Brückenende mit den Stempeln angehoben, damit die insgesamt 15 THW-Helfer mit dünnen Stahlplatten das ursprüngliche Niveau der Brücke auf dem Hilfsgerüst auffüllen konnten. Peter Vosseler vom THW und Dietmar Theisinger als Statiker vom Büro Rundel, das die ganzen Planungsvorbereitungen erledigte, kontrollieren auf unserem linken Bild die Hubhöhe. Bis 3 Uhr morgens war das THW im Einsatz. Wie Andreas Bucher als THW-Chef und gleichzeitig als Vertreter des städtischen Bauamts erläuterte, lief die ganze Aktion ohne Komplikationen. Sie sei aber für die THW-Helfer etwas Besonderes gewesen, da nicht alle Tage beim THW solch eine Präzisionsarbeit gefordert ist. Nächste Woche wird das alte Widerlager entfernt. An seiner Stelle wird Beton eingefüllt. So sei zumindest für die nächsten zehn Jahre die Brücke gesichert, im Gegensatz zu ihrer weiteren Zukunft, die davon abhinge, was zwischen Bahn und Stadt ausgehandelt werde, meint Bucher. cf

       

Fotos: Peter Vosseler OV-Li