Katastrophenübung (Quelle: Lindauer Zeitung vom 15.11.2010)

Einsatzkräfte üben Kampf gegen Großbrand

Lindau (ee) - Es ist ein Großaufgebot an Einsatzkräften gewesen, die am Freitagabend in Richtung Metzeler ausgerückt sind: Angenommen wurde der Brand zweier Produktionsgebäude. Schwerpunkt dieser Katastrophenübung ist die Frage gewesen: Wie klappt der Aufbau von Löschwasserleitungen aus dem See über Bahnlinie und Bundesstraße hinweg?

Ein Großteil der Männer und Frauen, die im Notfall unter Blaulicht arbeiten, ist am Freitagabend in Richtung Zech unterwegs: Der Alarm sagt, dass nach einer Explosion zwei Gebäude brennen und es mehrere Verletzte gibt. Feuerwehren, THW und Rotes Kreuz rücken zu einem Großbrand aus.

Natürlich ist das Szenario fiktiv. Es ist eine Katastrophenübung. Die manchen Autofahrer schimpfen lässt: Die Bregenzer Straße wird stundenlang gesperrt. Viele Wagen quälen sich durch den verkehrsberuhigten Bereich in Zech. Und da murren auch die Anwohner.

Verletzte wirken sehr echt
Im Großraum von Metzeler unterdessen wird wie im Ernstfall Hand in Hand gearbeitet, und zwar auch mit der Berufsfeuerwehr des Industriebetriebs selbst. Es gilt, die verletzten Mitarbeiter zu finden und zu bergen. Die Schminkprofis des Roten Kreuzes haben so ebenfalls wieder einen Großeinsatz. Aber es können alle fünf Männer und Frauen geborgen werden, wie die zuständige Landratsamtsjuristin Christine Münzberg später im Gespräch mit der LZ schildert.

Die Leiterin des Geschäftsbereiches Kommunales, Sicherheit und Ordnung hat eine durchaus positive Resonanz der Übung wiedergegeben. So hat nach ihren Worten ein Hauptpunkt des Probeeinsatzes auf dem Beschaffen von genügend Löschwasser gelegen.

Löschwasser vom See holen
Das musste über zahlreiche Leitungen vom See her zu Metzeler gepumpt werden – unter der Bahnlinie hindurch und über die Bregenzer Straße hinweg. Während im Ernstfall vermutlich auch die Züge stoppen müssten, gab es jetzt nur eine Umleitung für die Autofahrer. Aber die Wasserversorgung hat nach Münzbergs Worten geklappt, was die Verantwortlichen wie Kreisbrandrat Friedhold Schneider und Landrat Elmar Stegmann als obersten Katastrophenschützer des Landkreises natürlich beruhigt.

Bilanz: Für Notfall gerüstet
Zwei Stunden lang ist das Katastrophenszenario durchgespielt worden. Dann durften die rund 350 Einsatzkräfte ihre Arbeitsmaterialien wieder einpacken. Schließlich muss die reguläre Produktion im Industriebetrieb weitergehen.

Bei der abschließenden Manöverkritik habe es keine großen Probleme gegeben, schildert Münzberg der LZ. Und Schneider zieht seine Bilanz: „Es war eine nicht alltägliche Leistung, die sich sehen lassen kann.“

350 Einsatzkräfte aus dem gesamten Landkreis üben den Ernstfall: Bei Metzeler brennt es - ein Ausweiten des Feuers muss verhindert und etliche Verletzte gerettet werden. Fotos (2): Reiner Roither

 

Die Aufgaben des THW Lindaus bei dieser Übung waren das setzten von Straßensperren und ausleuchten dieser Stellen an der Bregenzer Straße zum Autobahnzubringer sowie Bregenzer Straße zur Eichwaldstraße. Am Vorfluter (Löschwasserrückhaltung) und am TOR 4 wurde durch das THW großflächig ausgeleuchtet, um die Zu- und Abfahrt sowie das arbeiten für die Einsatzkräfte zu erleichtern. Weitere Aufgaben bei dieser Großübung wurden an das THW Lindau verteilt, die -auf Grund der relativ kurzen Zeitspanne- jedoch nicht mehr ausgeführt wurden. Darunter fällt das ausleuchten des Hubschrauberlandeplatzes am Sportplatz sowie das einbringen von Kanaldichtkissen und die Umleitung des Löschwassers mit leistungsstarken Pumpen in Richtung einer Pumpstation des Klärwerkes in Lindau. Beim THW Lindau waren 30 Helfer und Helferinnen sowie 5 Fahrzeuge und zwei Anhänger an der Übung beteiligt.

Fotos unten: THW Lindau (6)

Einsatzleitung

TOR 4

Bregenzer Str. - Eichwaldstr.

Bregenzer Str. - Eichwaldstr.

Vorfluter und TOR 4

MzKW beim TOR 4

Zugtrupp bei ÖEL

Computergestütze Lagekarte

Lagekarte