Jubiläumsempfang (aus: Lindauer Zeitung vom 21.11.2006)„Rührig und zuverlässig“ ist das THWLINDAU - Der THW Ortsverband Lindau hat anlässlich seines 50-jährigen Bestehens ins Alte Rathaus in Lindau eingeladen – und alle sind gekommen. Beim Jubiläumsempfang im Rungesaal haben sich Gäste aus nah und fern die Klinke in die Hand gegeben. Feuerwehr, Polizei und BRK waren ebenso vertreten wie Vertreter von Politik und Ämtern.Von unserer Mitarbeiterin Maria Luise Stübner . „Besondere Feste brauchen besondere Festorte. “ Mit diesen Worten begrüßte Reiner Lissek, stellvertretender Ortsbeauftragter des Technischen Hilfswerks (THW) Lindau, die etwa 200 Geladenen. Dann ließ er die Geschichte des THW Revue passieren: vom ersten Ortsbeauftragten Willy Harder über Walter Böckler bis zu Andreas Bucher. Von der Doppelgarage am Sportplatz an der Reutiner Straße über das „Willy-Harder-Heim“ am Heuriedweg bis zum Walter-Böckler-Haus in Sauters. Lissek berichtete vom Einzug der modernen Technik Anfang der 70er-Jahre und der Einbindung in die internationale Ölwehr am Bodensee. Er erinnerte an die Großeinsätze bei Hochwasser und Gasunfällen und betonte die enge und gute Zusammenarbeit mit der freiwilligen Feuerwehr, der Polizei, dem Roten Kreuz und anderen Hilfsorganisationen. „In Lindau gibt es kein Kirchturmdenken der Verantwortlichen“, erklärte Lissek. Diese Tatsache freute auch Albrecht Broemme, Präsident der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk und gleichzeitig Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbandes. In seiner Festrede betonte Broemme, wie wichtig Gemeinsamkeit ist. Es wäre schön, wenn jeder seine Rolle so verstehe wie die Verantwortlichen hier. Ihr Name steht im Goldenen BuchDer Präsident, der sich wie alle Teilnehmer des Empfangs ins Goldene Buch der Stadt eintrug, listete auf, was der „rührige und zuverlässige Ortsverband“ geleistet hat. Er wusste auch über Einsätze zu berichten, bei denen es Grund zum Schmunzeln gab. So habe das Lindauer THW einmal einen österreichischen Zollbeamten aus seinem von Wassermassen der Leiblach überfluteten Büro gerettet. „Wahrscheinlich war seine Dienstzeit noch nicht zu Ende“, sagte Broemme zum Ausharren des Beamten. Der THW-Landesbeauftragte für Bayern, Dietmar Löffler, sprach von einem „feinen Ortsverband“, der mit der Ölwehr seit Jahrzehnten ein Modell internationaler Zusammenarbeit gelebt habe. „Das THW ist im Aufschwung“, sagte Löffler, die Anforderungen im In- und Ausland nähmen zu. „Sie haben ein unwahrscheinliches Aufgabenspektrum, setzen sich Tag für Tag ein, nehmen viele Entbehrungen in Kauf“, bedankte sich Lindaus Oberbürgermeisterin Petra Seidl für das Engagement der Ehrenamtlichen. „Gut, dass wir das THW haben“, habe ein Gesprächspartner an diesem Tag zu ihr gesagt. Das große Kompliment zeige, dass die Bürgerschaft „sich in ihren Händen wohl fühlt“. Seidl sprach die Erwartung aus, dass die Hilfsorganisation auch stets politische Unterstützung erhält. „Ich hoffe, dass sie immer die notwendigen Euros haben“, sagte Seidl, die die „Geburtstag-Euros“ bereits überwiesen hat. Landrat Dr. Eduard Leifert versprach, es ihr gleichzutun. Er zollte dem THW „großen Respekt und Anerkennung“. Habe sich im technischen Bereich vieles geändert, zeichne die Helfer von damals und heute doch Gleiches aus, erklärte Leifert: „Sie übernehmen die Verantwortung für Mitmenschen auf ehrenamtlicher und freiwilliger Basis, zeigen Einsatzwillen, Zusammenhalt und Kameradschaft.“ Das oft verbreitete Gerede vom Nachlassen ehrenamtlichen Engagements „stimmt vorn und hinten nicht“, so der Landrat. Auf einen Blick„Unterkunft ist zu eng“Nach den Grußworten von Kreisbrandrat Friedhold Schneider, Stadtbrandinspektor Robert Kainz und dem Sprecher zahlreicher THW-Ortsverbände hatte der THW-Ortsbeauftragte Andreas Bucher das Wort. „Herr Präsident, wir haben ein Problem“, sagte Bucher: „Die Unterkunft ist zu eng.“ Auch müssten frühzeitig Wege gesucht werden, wie Ersatz für Fahrzeuge und Geräte für die örtliche Gefahrenabwehr beschafft werden können. „Wir müssen Sorge tragen für Einsätze, die sich ändern“, sagte Bucher auch mit Blick auf den Klimawandel. Was die Ehrenamtlichen des Ortsverbandes im Verlauf der Jahrzehnte geleistet haben, machte Bucher mit einer Rechnung deutlich: „50 Jahre THW Lindau, das sind eine halbe Million Einsatzstunden.“ (hip) Ehre gebührt diesen Männern des THW25 Jahre Einsatz beim THW sind eine Ehrung wert. Beim Jubiläumsempfang des Ortsverbandes Lindau erhielt der Ortsbeauftragte Andreas Bucher (Zweiter von links) von der Bundesanstalt THW das Ehrenzeichen in Silber „für besondere Verdienste um das THW und unser Gemeinwesen“. Das Ehrenzeichen in Bronze „für vorbildhaftes und außergewöhnliches Engagement im Ortsverband“ durfte der Ausbildungsbeauftragte Norbert Landerer (links) entgegennehmen. Die aktive Angehörigkeit von Jürgen Brombeiß (Mitte) wurde mit einer Urkunde belohnt. Rechts im Bild der THW-Landesbeauftragte für Bayern, Dietmar Löffler, daneben Albrecht Broemme, Präsident der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk. Foto: hip |