Eine spektakuläre Aktion verspricht THW-Chef Andreas Bucher für den Samstag nach Ostern. Immerhin feiert das THW Lindau heuer sein 50. Jubiläum, und da wollen die Retter und Helfer dem Publikum schon etwas Besonderes bieten. Unter anderem werden sie in der Plaza des Einkaufszentrums Menschen aus 25 Metern abseilen. Zusätzlich wird eine Seilbahn aufgebaut, mit der im Ernstfall Menschenleben gerettet werden. Mutige Besucher können dabei mit dem THW durch die Luft schweben.
Auch vor dem Einkaufszentrum wird jede Menge geboten. So wird die Jugendgruppe eine Seilbahn für Kinder aufbauen. Für Kinder und Jugendliche ist auch die Kletterwand gedacht, die Fachgruppen des THW aufbauen werden. Spannend sind erfahrungsgemäß die Vorführungen mit der Betonkettensäge und dem Plasmaschneidegerät, die scheinbar kinderleicht durchtrennen, was niemand für möglich halten würde.
Die technischen Helfer wollen zudem ihr Hebekissen vorführen, mit dem sie bis zu 80 Tonnen schwere Lasten anheben können. In diesem Fall haben die Gäste die Chance, auf dem Kissen an einem Geschicklichkeitsspiel teilzunehmen. Dass es für die Hydraulikheber des THW ein Leichtes ist, einen Lastwagen in die Luft zu heben, begeistert Zuschauer auch immer wieder. Vorführungen mit Rettungsschere und -spreizer sowie Stände der Gruppen im THW, die über Mitgliedschaft und Ausbildung informieren, runden das Angebot ab.
Wer in dem Programm die Tauch- und Wasserrettungsgruppen des THW vermisst, liegt richtig. Die werden am 9. September im Seehafen alle Facetten ihres Könnens extra vorführen. Zudem plant der Ortsverband beim Wandertag an Christi Himmelfahrt ein größeres Programm als üblich und im November einen Festakt für geladene Gäste.
Bucher ist stolz, dass die mehr als 70 Aktiven ein solch attraktives Programm auf die Beine stellen. Dabei legt er Wert darauf, dass das Jubiläum dennoch nicht allzu sehr ins Geld geht, denn dringender sei es, die technische Ausstattung des THW auf dem neuesten Stand zu halten. „Für uns ist es wichtig, dass wir im Ernstfall fit sind.“ Denn staatliche Hilfen bekommt der Ortsverband kaum noch. Die meisten Fahrzeuge müssen die Lindauer THWler über Spenden und ihren Helferverein selbst finanzieren. Zusätzlich erbringen die Helfer im Jahr in Einsätzen rund 2000 Stunden, im Hochwasserjahr 1999 gar mehr als 3200 Stunden. Hinzu kommen Ausbildungs- und Übungsstunden. Und das alles ehrenamtlich.
Umso mehr ist Bucher stolz auf den Fuhr- und Gerätepark und vor allem auf den Anfang der 80er-Jahre eingerichteten Übungsplatz in Sauters, der heute auch anderen Hilfsorganisationen zum Training dient. Überhaupt lobt Bucher die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr. Bucher ist froh, dass nicht nur Großeinsätze bewiesen haben, dass die verschiedenen Hilfskräfte gut miteinander arbeiten können. Regelrechten Krieg, wie an anderen Orten in Bayern, gebe es in Lindau nicht.
Auch bei Unfällen sind die Helfer des THW Lindau regelmäßig vor Ort, vor allem dann, wenn sie mit ihren Kränen Unfallfahrzeuge wieder auf die Fahrbahn heben müssen.